Veränderung der Gebärmutter

Home>Gynäkologie>Diagnose>Veränderung der Gebärmutter

Veränderung der Gebärmutter

Myome

Myome sind gutartige Tumoren der Gebärmutter. Der Begriff „Tumor“ bedeutet nur „Geschwulst“ oder „Knoten“ und ist noch keine Einschätzung der Gut- oder Bösartigkeit. Sie bestehen aus Bindegewebe und glatter Muskulatur und wachsen langsam in der Wand, am Rand oder in der Gebärmutter. Und sie können in unterschiedlicher Anzahl, Größe und an unterschiedlichen Stellen in der Gebärmutter gleichzeitig auftreten.

Bei etwa einem Drittel aller Frauen sind Myome zu diagnostizieren, gesundheitliche Beschwerden treten tatsächlich seltener auf. Zu den Beschwerden bei Myomen zählen vor allem Blutungsstörungen wie eine zu starke, lang anhaltende Monatsblutung oder Zwischenblutungen. Seltener klagen Betroffene über Schmerzen im Unterbauchbereich, Druck auf die Blase, häufigen Harndrang, Verstopfung, Kreuzschmerzen oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Diese Symptome entstehen, wenn das Myom durch sein Wachstum auf benachbarte Organe oder Nerven drückt und ihre Funktion beeinträchtigt. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch kann ebenfalls ein Myom die Ursache sein.

Die Diagnose stellt in der Regel der Frauenarzt durch Tastuntersuchung und Ultraschall.

Handelt es sich um größere Myome und bestehen Beschwerden, sollten die Knoten entfernt werden. Bei uns stehen gebärmuttererhaltende Therapieoptionen stets im Vordergrund. Selbst große Myome werden entweder mit einer Hysteroskopie (durch die Gebärmutterhöhle) oder einer Laparoskopie (durch die Bauchdecke) entfernt. Beides sind minimal-invasive Operationstechniken, die besonders schonend für die Patientin sind.

Polypen

Polypen sind in der Regel gutartige Gewebevermehrungen, die sich überall dort entwickeln wo im Körper Schleimhäute vorhanden sind, also auch in der Gebärmutter. Sie können einzeln oder mehrfach auftreten und bilden sich in relativ kurzer Zeit. Sie sind auf die Gebärmutterhöhle beschränkt, können aber in seltenen Fällen auch aus der Gebärmutteröffnung (Gebärmutterhals) heraus in die Scheide abgleiten.

Oft bemerken Frauen gar nicht, dass Polypen in ihrer Gebärmutter wachsen, eher zufällig erkennt der Frauenarzt diese im Ultraschall. Manchmal verursachen die linsen- bis kirschgroßen Anhängsel aber auch Beschwerden wie Zwischenblutungen und eine verstärkte Menstruation. Vermehrter Ausfluss und leichte Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr treten ab und zu auf, wenn der Polyp in die Scheide ragt.

Verursachen die Polypen Beschwerden oder erreichen eine bestimmte Größe, können diese mittels einer Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) entfernt werden.

Fehlbildungen

Wie bei anderen Organen kann es in seltenen Fällen auch an der Gebärmutter Fehlbildungen geben (Uterusanomalien). Zu den relativ häufigen Fehlbildungen der Gebärmutter gehören die unterteilte oder zweigeteilte Gebärmutter (Uterus septus, Uterus bicornis) und die einseitige (nur zu einem Eileiter/Eierstock reichende) Gebärmutter (Uterus unicornis). Gebärmutteranomalien können dazu führen, dass die Fruchtbarkeit gestört ist oder es zu Früh- oder Fehlgeburten kommt.

Meistens tritt eine Gebärmutterfehlbildung in irgendeiner Weise als Zweiteilung in Erscheinung. Die Möglichkeiten reichen von einem nur etwas in die Gebärmutterhöhle hineinragenden oberen Wandanteil bis zu zwei völlig unabhängig voneinander angelegten Gebärmuttern.

Beim Uterusseptum z.B. besteht eine Trennwand innerhalb der Gebärmutter, die den Hohlraum in zwei Seiten unterteilt. Das Septum (die Scheidewand) besteht aus faserigem Bindegewebe oder Muskelgewebe. Es zieht sich häufig nur zum Teil durch die Gebärmutter, etwas seltener trennt es die Gebärmutterseiten vollständig voneinander. Insgesamt ist es die häufigste Fehlbildung an der Gebärmutter.

Mithilfe einer Hysteroskopie können das Septum durchtrennt und die Gebärmutterhöhle rekonstruiert werden. Gegebenenfalls wird hier zusätzlich die Laparoskopie eingesetzt.

Entzündungen

Bei einer Gebärmutterentzündung handelt es sich zumeist um eine aufsteigende Infektion. Die Infektion entsteht durch Erreger aus der Scheide, z.B. ausgehend von einer Scheidenentzündung (Kolpitis). Normalerweise bildet der Gebärmutterhals mit seinem zähen Schleim (Zervixschleim) eine effektive Barriere gegen Keime in der Scheide. Unter bestimmten Umständen ist diese natürliche Grenze für Erreger jedoch leichter zu überwinden.

Das Krankheitsbild einer Gebärmutterentzündung ist von Fall zu Fall verschieden. Je nach Ausbreitung und Art der Erreger herrschen unterschiedliche Symptome vor. Bei jeder Form der Gebärmutterentzündung kann es zu Unterbauchschmerzen oder Beschwerden beim Wasserlassen kommen. Sie kann sich aber auch je nach Erreger durch veränderten, übelriechenden Ausfluss bemerkbar machen.

Über die Eileiter kann die Infektion ebenfalls zu den Eierstöcken vordringen und eine Eierstocksentzündung (Adnexitis) auslösen. Im Normalfall wird die Entzündung zunächst mit einem spezifischen Antibiotikum behandelt. Sollte es zu einem Abszess im Bereich der Eierstöcke bzw. Eileiter kommen, sollte dieser mittels Bauchspiegelung saniert werden.

Asherman-Syndrom (Verwachsungen in der Gebärmutterhöhle)

Das so genannte Asherman-Syndrom bezeichnet eine durch Verwachsungen geschlossene Gebärmutterhöhle. Verwachsungen und Narbengewebe entstehen dann, wenn die Gebärmutterschleimhaut durch Entzündungen oder während eines operativen Eingriffs in ihrer Tiefe verletzt wurde. Kurz nach einer Schwangerschaft ist die Gebärmutterwand sehr empfindlich, weshalb besonders viele Fälle des Asherman-Sydroms als Folge von Infektionen oder Ausschabungen im Wochenbett bekannt sind.

Eine Patientin mit komplettem Asherman-Syndrom ist unfruchtbar und hat keine Regelblutung mehr. Es gibt allerdings auch viele Frauen, deren Gebärmutterhöhle nicht ganz, sondern nur zum Teil verwachsen ist. Ihre Regelblutung wird dann entweder nur geringer oder bleibt nur deshalb aus, weil lediglich der Gebärmutterkanal durch Narben verschlossen ist. In diesem Fall spricht man von einem milden oder partiellen Asherman-Syndrom.

Da diese Verwachsungen per Ultraschall nicht erkennbar sind, ist das Asherman-Syndrom am besten mit einer Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) zu diagnostizieren.