Veränderung der Schamlippen

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Veränderung der Schamlippen

Gutartige Vulvatumoren

Gutartige Vulvatumoren sind Veränderungen der Haut, die im Bereich der Vulva auftreten.

Bedeutsame, relativ häufige gutartige Vulvaveränderungen sind die sogenannten Kondylome, z.B. Humane Papillomaviren (HPV). Sie werden meist durch Geschlechtsverkehr übertragen und machen sich als warzenähnliche Wucherungen von weißer oder blass-rosa Farbe bemerkbar.

Durch gutartige Vulvatumoren hervorgerufene Vulvaveränderungen verursachen in der Regel keine ernsthaften Beschwerden, manche von ihnen sollten aber entfernt werden, da sich das Gewebe verändern kann. Dies kann mittels einer kleinen Operation oder ggf. einer Laservaporisation geschehen.

Zysten

Angeborene Zysten der Vulva sind seltene Vulvaveränderungen und gehören ebenfalls zu den gutartigen Vulvatumoren.

Bei einer Zyste handelt es sich um einen flüssigkeitsgefüllten Hohlraum, ähnlich eines Bläschens, das sich innerhalb eines bestimmten Gewebes befindet.

Die häufigste vulväre Zyste ist die sogenannte Bartholin-Zyste. Diese entsteht, wenn es in den Drüsengängen im Scheidenvorhof zu einem Sekretstau und in der Folge zu einem Verschluss der Bartholindrüsen kommt. Sie sind meist im unteren Drittel der kleinen und großen Schamlippen angesiedelt. Typische Symptome sind prall-kugelige Gewebeschwellungen.

Solche Zysten sind prinzipiell harmlos, können bei Beschwerden jedoch chirurgisch entfernt werden, um die verstopften Drüsengänge wieder freizulegen. Gelangen Bakterien in die Zyste, kann die Drüse sich zusätzlich entzünden (Bartholinitis). Umgekehrt kann die Bartholinitis auch die Entstehung einer Bartholin-Zyste begünstigen.

Durch einen kleine, ambulante Operation kann der Drüsenausführungsgang wieder hergestellt werden (Marsupialisation).

Entzündung

Eine sogenannte Vulvitis ist eine Entzündung im Bereich der Vulva. Häufig tritt sie gleichzeitig mit einer Scheidenentzündung auf.

Die Vulvitis wird meist durch Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder Parasiten ausgelöst. Manchmal ist aber auch eine allergische Reaktion auf Textilstoffe, Waschmittel oder auch Medikamente der Auslöser.

Zu den häufigsten Beschwerden gehören Juckreiz, Brennen, Schwellung und Rötung sowie verstärkter Ausfluss und geschwollen Lymphknoten in der Leiste. In der Regel wird eine Vulvitis mit Medikamenten behandelt, die auf den Erreger abgestimmt sind. Diese werden lokal oder oral genommen und eine Operation ist meist nicht notwendig.

Kommt es zu einer Eiteransammlung (Abszess) in diesem Bereich, sollte diese mit einer kleinen Operation eröffnet werden, um eine schnelle Abheilung zu gewährleisten.

Vulvadystrophie

Craurosis vulvae oder Vulvadystrophie ist eine seltene, chronische (dauerhaft bestehende) Vulvaveränderung der Haut und Schleimhäute des weiblichen Genitalbereichs. Ihre Ursache ist nicht bekannt. Es gibt verschiedene Arten der Vulvadystrophie.

Ein weiteres Krankheitsbild ist die sogenannte Weißfleckenkrankheit, der Lichen sclerosus.

Von dieser Krankheit sind bevorzugt Frauen nach den Wechseljahren betroffen, gelegentlich zeigt sich die Erkrankung auch bei jungen Frauen. Sie tritt vor allem in der Genitalregion auf. Die Ursachen sind weitestgehend unbekannt, es wird eine Autoimmunreaktion als Auslöser vermutet. Auch hormonelle Einflüsse können eine Rolle spielen.

Circa erbsengroße Knötchen verbinden sich später zu größeren weißlichen, porzellanartigen Herden. Nach längerer Krankheit wandelt sich die Haut an den geschädigten Stellen um, sie erscheint dann glänzend und pergamentpapierartig, was zu Hauteinrissen und kleinen Einblutungen führen kann. Es kommt oft zu starkem Juckreiz im Schambereich und Brennen beim Wasserlassen.

Die Umwandlungsprozesse an Haut und Schleimhäuten können zu einer Verkleinerung der kleinen Schamlippen und zur Einengung des Scheideneingangs führen, sodass bei diesen Vulvaveränderungen als weitere Symptome Beschwerden beim Geschlechtsverkehr auftreten.

In den meisten Fällen kann eine lokale Therapie mit Salben eine Linderung erzielen. Zuvor sollte jedoch eine Gewebeprobe untersucht werden, um bösartige Veränderungen oder deren Vorstufen (Dysplasien) auszuschließen.